Montag, 20.06.2005
Journalismus unter Kostendruck
[E-Mail an den Leverkusener Kreis]
Bemerkenswerte Blüten treibt offenbar der Kostendruck, unter dem die taz recherchiert. Einen Artikel zu diesem Thema gibt es hier.
Redetext des Kandidaten des "Leverkusener Kreises" vom 18.6.2005 zur Spitzenkandidatur auf dem NRW Parteitag der WASG
Liebe Freundinnen und Freunde,
mein Name ist Markus Schlegel, ich komme aus dem Kreisverband Mettmann und engagiere mich im "Leverkusener Kreis" für eine basisdemokratische WASG, die Menschen aus allen politischen Lagern an sich bindet. In diesen Tagen lohnt es sich für alle von uns, sich einmal hinzusetzen und uns zu Fragen: "weshalb sind wir einmal zur WASG gekommen?"
WASG auf Kurs Ost
Letztlich überzeugte das Argument der Macht: Mit deutlicher Mehrheit sprachen sich die Delegierten des Landesparteitags in NRW für eine Spitzenkandidatur von Oskar Lafontaine aus.
Auch ein Initiativantrag des Kreisverbands Mettmann, der den Bundesvorstand aufforderte, eine Urabstimmung über die mit der PDS erzielten Verhandlungsergebnisse sofort einzuleiten, wurde von den Delegierten zurückgewiesen.
"Damit", so Markus Schlegel, einer der Sprecher des "Leverkusener Kreises", "haben die Zahlenspiele der Macht letzlich eine Mehrzahl der Delegierten überzeugt".
Ob dieses Votum an der Parteibasis bestand hat, wird sich im Rahmen einer vom Bundesvorstand vorgeschlagenen Urabstimmung zeigen. Sie hat jedoch inzwischen den Charakter einer reinen Formsache.
Fraglich ist, so Schlegel weiter, "ob die Basis der WASG" für PDS-Kandidaten, die sie nie zuvor gesehen hat und eine Handvoll WASG'lern auf der PDS-Liste einen ebenso engagierten Wahlkampf machen wird, oder ob es zu einer Abstimmung mit dem Wohnzimmersofa kommen wird."
[E-Mail an den "Leverkusener Kreis"]
Sonntag, 19.06.2005
Bericht vom Landesparteitag der WASG, zweiter Teil
Landesparteitag der WASG, zweiter Teil:
Während der Landesvorstand gestern ob der Trennung von Amt und Mandat, die der Parteitag beschlossen hatte, nur bleich wurde... heute versuchte er mit formalen Argumenten in die Gegenoffensive zu gehen. Vertreter des Leverkusener Kreises haben ein Kippen des gestrigen Beschlusses mit dem Hinweis verhindert, dass ansonsten die Wahlen zur Landesliste komplett wiederholt werden müssten, da einige Parteimiglieder schon auf eine Kandidatur für den Vorstand verzichtet haben, die sich um einen Einzug in den Bundestag beworben hatten.
Insgesamt hat sich die Atmosphäre der Diskussion deutlich verschlechtert, da vom Präsidium bewusst oder unbewusst bewertende Aussagen zu Anträgen abgegeben wurden. Andererseits wurde mit gezielten Zwischenrufen vor allem der Befürworter eines Zusammenschlusses mit der PDS gezielt gegen einige Bewerber provoziert, denen Doppelkandidaturen (Landesvorstand und Mandat) unterstelllt wurden, noch bevor die Bewerbung zum Landesvorstand abgeschlossen war.
Hier kam es zu einem Eklat zwischen Heinz Hillebrand vom Noch-Landesvorstand und dem Kandidaten gegen Lafontaine von gestern.
Eine interessante Fussnote ist es, dass die Wahlen zur Landesreserveliste der Partei zurzeit neu ausgezählt werden, da offenbar eine Urne offenbar vergessen worden war.
Zurzeit (14:50) stellen sich die Kanidaten zur Position des Landessprechers vor. Der bisherige Landessprecher Hüseyin Aydin, kandidiert nach seiner Bewerbung um ein Mandat auf Listenplatz 3 der Partei, nicht mehr für dieses Amt.
Markus Schlegel vom Landesparteitag der WASG
Samstag, 18.06.2005
Lanbdesparteitag der WASG in Köln: Leverkusener Kreis sieht seine Auffassung bestätigt: Trennung von Amt und Mandat in der WASG
Heute kann es leider nur einen qualitativ etwas niedriger wertigen Artikel geben. Von 9 bis 22 Uhr auf dem Parteitag sind keine Atmo, die das mehr oder weniger raffinierte Formulieren noch befördern.
Aus Sicht des Leverkusener Kreises, der sich mit seiner Leverkusener Erklärung erst am vergangenen Freitag in die Diskussion um die zukünftige Ausrichtung der WASG eingemischt hatte, war dies ein guter Tag.
Vor allem für eins wird man diesen Tag im Gedächtnis behalten dürfen: Die WASG hat einen in seiner Wertigkeit kaum zu überschätzenden Schritt in Richtung weg von einer müffelnden Gewerkschaftspartei hin zu einer modernen Partei neuer Art vollzogen:
Seit heute gibt es sie, die Trennung von Amt und Mandat in der WASG. Der Parteitag hat am Samstag mit knapper, erkennbarer Mehrheit beschlosse, dass Parteivorstände kein Mandat innehaben können und umgekehrt Kandidaten für Listenplätze nicht dem Vorstand angehören dürfen.
Zugleich forderte der Kölner Landesparteitag die Mitglieder des geschäftsführenden Bundesvorstandes auf, sich vor dem Bundeskongress der Partei schriftlich dahin gehend zu erklären, dass seine Mitglieder keine Kandidatur auf Listenplätzen der Partei anstreben würden.Mitglieder des erweiterten Bundesvorstand forderte der Kölner Kongress auf, ihre Ämter mit der Kandidatur auf einer Liste niederzulegen.
Damit dürften etwaigen Begehrlichkeiten des Bundesvorstandes in den Verhandlungen mit der PDS ein deutlicher Appetitzügler entgegengesetzt sein.
Mit ca. 23% der Delegiertenstimmen erzielte der Vertreter des Leverkusener Kreises, Markus Schlegel, in der Kandidatur um Listenplatz 1 der NRW-Reserveliste ein Achtungs-Ergebnis. Schlegel setzte sich in seiner Rede kritisch mit dem langen Zögern Oskar Lafontaines bis zum heute erfolgten Beitritt und dem nach seiner Meinung künstlich erzeugten Zeitdruck bei der Entstehung eines Linksbündnisses auseinander.
Am Abend hatten sich einige Mitglieder des Landesvorstands entschieden, ihre Arbeit in dem Gremium fortzusetzen, während der bisherige Landessprecher in NRW, Hüseyin Aydin, wegen seiner Bewerbung um einen Listenplatz auf der offenen Liste der PDS zur Bundestagswahl nicht wieder für seinen bisherigen Posten zur Wahl antreten wird.
Markus Schlegel vom Landesparteitag der WASG in Köln
Donnerstag, 16.06.2005
181.000 Wählerstimmen meistbietend zu verkaufen
Düsseldorf - Der Leverkusener Kreis hat heute den Verkauf von 181.000 NRW-Wählerstimmen im Rahmen einer eBay-Scherzauktion angekündigt.
Die entsprechende Auktion kann hier abgerufen werden.
Mittwoch, 15.06.2005
Freie Meinungsäußerung à la WASG
WASG Bundesvorstand versucht freie Meinungsäußerung zu behindern
Matthias Fiege, Mitbegründer und einer der Sprecher des Leverkusener Kreises staunte nicht schlecht, als er am Montag von einem Radiointerview nach Hause kam und versuchte, seine E-Mails abzurufen.
?Mein Sohn teilte mir mit, dass mein Internetanbieter den Internetzugang gesperrt hatte?, so Fiege. Ein Anruf beim Internetanbieter Fieges ergab, dass nach einigen Rundmail-Aktionen für den Leverkusener Kreis offenbar Beschwerden wegen Spam-Mail gegen Fiege bei seinem Internet-Anbieter eingegangen waren.
Zweites Treffen des Leverkusener Kreises
Zu seiner zweiten Zusamenkunft trifft sich heute der Leverkusener Kreis der WASG in Düsseldorf .
Das Treffen des informellen Arbeitskreises befasst sich diesmal mit den Ergebnissen der WASG-Spitzentreffens in Kassel und der Vorbereitung des Landesparteitags in Köln.
Sonntag, 12.06.2005
Bericht vom Treffen der WASG in Kassel (Teil 2)
Im zweiten Teil der Debatte der WASG in Kassel traten die Rednerinnen und Redner in den Vordergrund, die auf die gesellschaftliche Verantwortung der WASG hinwiesen. Dabei wurden als Argumente besonders der drohende Sozialabbau durch eine schwarzgelbe Regierungskoalition sowie die drohende Einengung des politischen Spielraums der Gewerkschaften genannt.
Zurzeit (16:17h) stellt der Bundesvorstand eine Zeitleiste zur Abstimmung, mit dem Ziel der Ermittlung eines Meinungsbildes. Wichtiger Bestandteil ist eine Urabstimmung, die aber erst nach dem Parteitag der WASG im Juli stattfinden soll. Der Vorstand begründet die Verschiebung der Urabstimmung damit, dass die Zeit genutzt werden müsse, um in den Kreisen und den Landesverbänden ein differenziertes Bild der Frage zu übermitteln. Es gebe dabei auch noch Verhandlungsbedarf um die Maßgaben der Kasseler Versammlung umzusetzen, was weiteren Zeitbedarf auslöse,so der Bundesvorstand.
Dieser Fahrplan des Bundesvorstands wurde soeben (16:22h) bei wenigen Enthaltungen und zwei Gegenstimmen angenommen.
Abschließend stellte Edith Bartelmus Scholich vom Landesverband NRW den Antrag, dass BuVo-Mitglieder keine Spitzenplätze auf den Landeslisten anstreben. Dieser Antrag wurde von der Versammlungsleitung jedoch nach Schließung der Versammlung aber Anwesenheit der Mehrzahl der 110 Teilnehmer nicht mehr zur Abstimmung gestellt.
Bericht vom WASG Kongress in Kassel
Von zu spät gekommenen Feldherren und der unbewiesenen Existenz von Katzen
Auf dem Treffen der WASG-Landesvorsände und des Bundesvorstands in Kassel deutet sich an, dass der Bundesvorstand der Partei nicht mit einem eindeutigen Angebot an die Mitglieder gehen kann.
Als wahrscheinlichste Lösung deutet sich nach Vorträgen der Vorstandsmitglieder Ernst, Händel, Troost und Bischoff an, dass es zu einer Kandidatur von WASG-Kandidaten auf den Landeslisten der PDS kommen wird. Dabei, so die Argumentation des Bundesvorstandes, bleibt der PDS aus rechtlichen Gründen die Hoheit über die Aufstelllung der Landeslisten vollständig überlassen.
Im Verlaufe der Konferenz reichte der Vorstand der WASG in NRW einen Antrag ein, der auf Druck der Basis, die in ihrer Leverkusener Erklärung am Samstag Anforderungen an die Parteispitze formuliert hatte, Verhandlungen der WASG auf Augenhöhe und inhaltliche Vereinbarungen fordert.
Pressesprecher Georg Fürböck aus NRW: "Uns brennt in NRW der Hut".
Der Vertreter eines Landesverbandes sagte: "Wir kaufen mit der nun vorgeschlagenen Lösung nicht die Katze im Sack, sondern eine Katze, deren Existenz erst noch bewiesen werden muss."
Ein Vertreter der Landesverbandes Sachsen fügte zum Thema Lafontaine mit Blick auf dessen Zögern vor der NRW-Landtagswahl hinzu: "Was ist das für ein Feldherr, der einen Tag nach der Schlacht seinen Truppen erklärt, er wolle ihnen nunmehr helfen."
Markus Schlegel vom Treffen der WASG in Kassel.